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Bienenweide

Der wirtschafltiche Nutzen der Honigbienen durch die Bestäubung der Blüten ist etwa zehn mal so hoch wie der wirtschaftliche Ertrag durch den Honig. Viele unserer Obstbäume und andere Nutzpflanzen bringen nur mit Hilfe unserer Bienen sichere Frucht- bzw. Samenerträge. Auch eine große Pflanzenvielfalt verdanken wir großteils unseren Bienen.

Andererseits ist das Nektar- und Pollenangebot der Pflanzen die wichtigste Nahrungsgrundlage der Honigbienen. Viele Imker wandern deshalb mit ihren Bienen in nektarergiebige Gebiete. Aber selbst dort wo gute Trachtmöglichkeiten vorhanden sind, ergeben sich immer wieder Trachtlücken. 

Für den Imker ist es deshalb lohnend, sich mit der Bienenweide zu befassen und mit Maßnahmen der Bienenweideverbesserung die Grundlage für seine Bienenvölker zu sichern.

 

Bienenweidewert und Trachtbedeutung

Der Bienenweidewert einer Pflanze gibt Auskunft über die Menge und Qualität von Nektar und Pollen, die den Bienen durch die Pflanzen geboten werden. Unter der Trachtbedeutung ist das Ergebnis der Wechselwirkung von Verbreitung (Anzahl) und Bienenweidewert der vorhandenen Pflanzen zu verstehen. So kann die Trachtbedeutung bestimmter Pflanzen trotz hoher Nektar- und Pollenspende bei geringem Vorkommen niedrig sein, während andererseits Arten bei nur mäßigem Bienenweidewert aber massenhaftem Vorkommen einer relativ hohe Trachtbedeutung erlangen können.

 

Nektaruntersuchungen

Zum bestimmen des Bienenweidewerts und der Trachtbedeutung können unterschiedliche Methoden angewendet werden. Auf Grund der verschiedenen Umwelteinflüsse ist vor einer Verallgemeinerung der erzielten Ergebnisse die wiederholte Untersuchung möglichst an verschiedenen Standorten und nach verschiedenen Methoden empfehlenswert. Das trifft besonders für den Nektarwert zu. Die exakteste Methode zum Bestimmen des Bienenweidewerts von Nektarspendern ist die Untersuchung des Blütennektars, der durch Absaugen mit Hilfe von Kapillarröhrchen gewonnen werden kann. Wichtig für die Attraktivität der Pflanzen auf die Bienen ist der prozentuale Zuckergehalt des Nektars, selbstverständlich bedingt durch den Blütenbau auch dessen Erreichbarkeit. Häufig wird die Tagesproduktion einer Blüte nach Menge und Zuckergehalt des Nektars ermittelt und in Zuckerwerten ausgedrückt. Die Blütenzahl je Pflanze und die Pflanzenanzahl je Flächeneinheit, ferner die Blühdauer der einzelnen Blüten sind jedoch artenbedingt sehr unterschiedlich. Deshalb wird häufig auch der theoretische Honigertrag je Hektar errechnet.

 

Beflugsbeobachtungen

Eine weiter Möglichkeit zur Untersuchung des Bienenwiedewertes ist die Beobachtung des Befluges. Es kann der Beflug durch Nektar- und durch Pollensammler ermittelt werden. Dazu eignen sich besonders geschlossene Bestände von Nutzpflanzen, in denen auf einer oder mehreren abgesteckten Parzellen während der Blütezeit mehrmals täglich die Anzahl der zufällig angetroffenen oder in einem bestimmten Zeitraum anfliegenden Bienen gezählt werden. Daraus lässt sich der durchschnittliche Bienenbeflug je Hektar errechnen. Aus der Anzahl der von einzelnen beobachteten Bienen beflogenen Blüten je Zeiteinheit kann die Anzahl der von Bienen besuchten Blüten je Zeit- und Flächeneinheit errechnet werden.

Die Beflugsbeobachtung gibt mehr als jede andere Methode Auskunft über die Anziehungskraft, die der Pflanzenbestand auf die Bienen ausübt. Sie besteht vor allem auf Grund des Nektar- und Pollenwertes, wird aber auch durch die Menge der vorhandenen Pflanzen, durch die Anzahl der Bienenvölker im Flugbereich und durch die Attraktivität gleichzeitig blühender Konkurrenzpflanzen beeinflusst.

 

Pollenanalyse

Die Untersuchung der von den Bienen eingetragenen und mittels Pollenfallen gewonnenen Polllenhöschen auf ihre Herkunft gibt Aufschluss über die Zusammensetzung der Pollentracht. Da jedes Bienenvolk bestimmte Pollenarten in unterschiedlichem Maße bevorzugt, ist es empfehlenswert, Pollenproben von mehreren Völkern zu untersuchen. Auch in den von Honigbienen eingetragenen Nektar und damit in den Honig gelangen gewisse Pollenmengen. Durch Zentrifugieren des verdünnten Honigs und Untersuchung des Sediments können die gequollenen Pollen nach ihrer Form bestimmt und prozentual ausgezählt werden. Je nach Pflanzenart finden sich jedoch sehr unterschiedliche Pollenmengen im Honig. So zählen zum Beispiel Raps- und Edelkastanienhonige zu den pollenreichen, Robinien- und Lindenhonige zu den pollenarmen Honigen. Folglich kann die prozentual Pollenbestimmung in den zumeist gewonnenen Mischhonigen zu Fehlschlüssen führen. Unter Berücksichtigung des absoluten Pollengehalts der reinen Sortenhonige, der im Ergebnis von Auszählungen bei einer Anzahl bedeutender Bienenweidepflanzen bekannt ist, sind deshalb Korrekturen vorzunehmen, wenn die Analyse der Pollen im Honig zur Untersuchung der Trachbedeutung herangezogen werden soll.

 

Waagstockbeobachtungen

Die Waagstockbeobachtung gibt dem Imker Auskunft über die Gewichtsveränderung eines oder mehrerer Bienenvölker im Verlauf einer Tracht oder eines Zeitraumes. Dabei können die Zu- und Abnahmen nicht nur auf den zu erntenden Honig bzw. aufgezehrten Vorrat, sondern auch auf die Vergrößerung oder Verkleinerung des Brutnestes und des Pollenvorrates zurückgeführt werden. Um die Beteiligung der verschiedenen Bienenweidepflanzen einschätzen zu können, sind auch deren Vorkommen und Blühverlauf zu ermitteln.