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Winterbehandlung mit Oxalsäure

Die Varroabehandlung mit Oxalsäure bzw. Bienenwohl ist für heuer abgeschlossen. Die Diagnose der Windeln ergibt die ersten Erkenntnisse und wirft auch ein paar Fragen auf. Der Zeitpunkt der Behandlung lag zwischen dem 26. Oktober und dem 2. November. Einige Stichproben ergaben, dass der Zeitpunkt optimal gewählt wurde. Nicht zu früh und keineswegs zu spät. Ich denke der Zeitpunkt ist sowohl bei der Behandlung mit Ameisensäure und der Winterbehandlung ein entscheidender Faktor. Bereits die Behandlung mit Ameisensäure konnte heuer sehr früh (Anfang August) durchgeführt werden. Dies führt dann aber auch zwangsläufig zu einer größeren Zeitspanne bis zur Winterbehandlung. 

Varroabfall

Im Folgenden möchte ich ein paar Beobachtungen, die ich heuer bei der Diagnose der Windeln machen konnte, zusammenfassen:

  • Sehr auffallend ist praktisch jedes Jahr, dass der Varroaabfall von Bienenvolk zu Bienenvolk am selben Bienenstand sehr unterschiedlich ist. Bienenvölker mit beinahe der selben Volkstärke und identischer Varroabehandlung haben einen völlig verschiedenen Varroaabfall. Hier stellt sich natürlich die Frage, ob sich bestimmte Bienenvölker besser von der Varroamilbe befreien können als andere oder ob es Bienenvölker gibt, die die Varroamilben verstärkt anziehen.
  • Eine interessante Beobachtung, die ich heuer sehr deutlich feststellen konnte ist der wesentlich stärkere Befall von Kunstschwärmen im Vergleich zu Ablegern. An einem Bienenstand habe ich heuer 10 Ableger und 10 Kunstschwärme gemacht und alle Jungvölker gleich behandelt. Der Varroaabfall war bei der Sommerbehandlung mit Ameisensäure bei allen Jungvölker sehr gering, weshalb ich nur eine Schockbehandlung durchführte. Der Varroaabfall bei der nun durchgeführten Winterbehandlung mit Oxalsäure war jetzt aber bei den Kunstschwärmen um ein vielfaches höher als bei den Ablegern. Für diese Beobachtung fehlt mir auch eine logische Erklärung und muss auf alle Fälle genauer untersucht werden.
  • Wie bereits erwähnt war heuer der Abfall bei der Sommerbehandlung trotz optimaler Bedingungen (gleichbleibend hohe Temperatur über den gesamten Zetiraum der Behandlung) sehr gering. Der Varroabfall bei der Winterbehandlung war jetzt aber doch sehr hoch im Vergleich zu anderen Jahren. Dies könnte mit der größeren Zeitspanne zusammenhängen, da ich heuer die Sommerbehandlung etwa 2 Wochen früher machen konnte. Hier stellt sich mir die Frage, ob es vielleicht auch ein zu früh für die Sommerbehandlung geben kann, wenn dadurch die Zeitspanne bis zur Winterbehandlung zu lang wird.

Insgesamt wurde mir heuer wieder einmal Bewußt wie wenig ich über die Entwicklung und die Lebensweise der Varromilben weiß. Eine angepasste Varroabehandlung auf den Varroabefall eines Bienenvolkes könnte wahrscheinlich schonender für die Bienen und effektiver in der Varroabekämpfung durchgeführt werde. 

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Dieter Metzler
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Datum: 09.11.15